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Der Grundaufbau eines Horoskops

Ein Horoskop besteht in seiner Grobstruktur aus folgenden Teilen:

Den Planeten, die ein Urprinzip, einen Archetyp, bezeichnen, der in uns wirkt. Sie stehen für die Wesensanteile in uns. Das Tierkreiszeichen - eine Unterteilung der Umlaufbahn der Erde um die Sonne - in dem der Planet steht, bezeichnet die Art und Weise, wie der Planet wirkt.

Dann haben wir noch etwas, das wir Häuser nennen. Es ist eine ähnliche 12-Teilung des Horoskops wie der Tierkreis. Sie sind eine Aufteilung des Himmelsraumes, vom Ort der Geburt aus gesehen. Die Häuser bezeichnen die Lebensgebiete, in denen das Urprinzip auf eine bestimmte Art und Weise wirkt. Als letztes haben wir noch die sogenannten Aspekte, damit sind die Winkelbeziehungen der Planeten im Horoskop gemeint. Darunter verstehen wir vereinfacht gesagt, ob sich die Archetypen in uns miteinander vertragen oder im Widerspruch zueinander stehen.

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Deutungsbeispiele einer Horoskopkonstellation

Neptun im 2 Haus in Widder in Opposition zu Venus im 8. Haus in Waage. Neptun steht für das grenzüberschreitende, auflösende Prinzip. Im 2. Haus befinden wir uns im Bereich des Körperlichen, der Materie, auch des Besitzes. Hier wird also Materielles aufgelöst.

Gegenüber, also im Widerspruch dazu, steht Venus für das, was uns lieb und wert ist bzw. für das, was uns attraktiv macht. Das 8. Haus steht für die Werte der anderen Menschen in unserem Leben. Wir können also sagen Venus in 8 bedeutet das, was uns für andere attraktiv macht oder das, was andere an uns besonders schätzen. Es könnte auch etwas Wertvolles sein, das wir anderen geben. Diese beiden Kräfte stehen nun im Widerspruch zueinander. Um das noch besser zu verdeutlichen, schauen wir uns noch die Tierkreiszeichen an: Widder und Waage. Das auflösende Prinzip wirkt widdermäßig, also sehr energisch und auf Konfrontation zielend. Das anziehende Prinzip wirkt waagemäßig, also ausgleichend und harmonisierend.

Wie könnten wir uns eine Verwirklichung dieser Konstellation im realen Leben eines Menschen vorstellen? Benutzen Sie Ihre Vorstellungskraft und Ihre Intuition.

Wenn etwas Körperliches heftig aufgelöst wird, was einen Widerspruch zu unserer Attraktivität für andere bewirkt, so könnte es sich hierbei zum Beispiel um ein Hautproblem im Gesicht oder an den Armen und Händen handeln. Die Haut ist ein ausgleichendes (Waage) Organ, die an den sichtbaren Körperteilen viel von unserer Attraktivität für andere ausmacht. Sie gehört zur Analogiekette des Prinzips Venus.

Wenn unser Klient nun mit einem Hautproblem zu uns käme, was würden wir ihm raten? Er soll etwas Materielles energisch auflösen, das nicht seine Haut ist, das aber auch seinen Wert für andere Menschen betrifft. Er könnte anderen etwas Wertvolles geben, etwas, das einen Ausgleich schafft. Er könnte zum Beispiel auf einen Teil seines eigenen Besitzes verzichten, um damit etwas Materielles abzugeben.

"Auflösen" bedeutet nicht, "in Luft auflösen". Es bedeutet, "für den Horoskopeigner auflösen". Wenn dieser nun zugunsten anderer auf einen Teil seiner Attraktivität und seines Besitzes verzichtet, ist dem Prinzip Genüge getan. Was Neptun und Venus nämlich in diesem Fall verlangen, ist ein Opfer. Ein Opfer des eigenen Wertes zugunsten des Wertes von anderen. Ein Opfer, das uns die Eitelkeit nimmt, ein Opfer, das uns Bescheidenheit lehrt. Ich würde diesem Klienten also empfehlen, eine Spende zugunsten weniger wohlhabender Menschen zu leisten. Am besten etwas, das ihn wirklich Überwindung kostet. Wenn es eine Frau mit einem gutgefüllten Kleiderschrank wäre, könnte sie hiervon etwas "opfern". Wenn es ein Mann mit 2 Autos wäre, würde ich ihm empfehlen, einen Wagen zu verkaufen und das Geld zu spenden. Das heißt nun nicht, dass die Hautkrankheit von einem auf den anderen Tag weg sein muss, aber das Prinzip wird zumindest auch auf einer anderen Ebene gelebt und dadurch besser und schneller verstanden.

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Ein weiteres Beispiel:

Die Sonne ist das Symbol der Lebenskraft, unseres bewussten Seins, unserer Kreativität und Vitalität. Sie steht auch stellvertretend für unser Verhalten und das männliche Prinzip. Der Mond ist Symbol für das Empfangende, das Unbewusste, unsere emotionale Welt und unsere Träume. Er repräsentiert unsere Gefühle und das weibliche Prinzip.

Nehmen wir nun einmal an, ein Mensch hat den Mond im Tierkreiszeichen Fische im 12. Haus stehen und die Sonne im Tierkreiszeichen Zwillinge im 3. Haus. Der Winkel zwischen den beiden Planeten (in der Astrologie bezeichnet man auch Sonne und Mond als Planeten) beträgt 90° - ein sogenannter Quadrataspekt. Wie ist das nun zu deuten?

Der Mond, die Gefühle des betreffenden Menschen, sind mit dem Zeichen Fische mystisch gefärbt. Man hat mit dieser Stellung einen Hang zum Idealisieren, ist sehr empfindsam für Atmosphärisches und kann sich schlecht nach außen abgrenzen. Im Lebensbereich des 12. Hauses geht es um den Rückzug aus dem Alltag, um eine tiefere Verbundenheit mit der Welt als Ganzem. Wir können uns diesen Menschen also vorstellen als jemanden, der emotional häufig abwesend ist, der sehr empfindlich auf Eindrücke von außen reagiert und sich öfters einfach "ausklinkt", um nicht von der Vielfalt der Eindrücke überrollt zu werden. Wenn man ihn fragt, was er fühlt, weiß er dies häufig gar nicht so genau. Die Sonne, das bewusste Handeln des Horoskopeigners, ist im Zeichen Zwillinge auf Kommunikation ausgerichtet und im Lebensbereich des 3. Hauses auf Denkprozesse und Lernen eingestellt. Mit dieser Konstellation möchte man sich mit der nahen Umwelt ständig austauschen und macht seine Familie, Nachbarn und Freunde mit immer wieder neu entdeckten Methoden und Themen schier verrückt. Am nächsten Morgen sieht man die Welt jedoch schon wieder völlig anders und hat schon wieder etwas Brandneues herausgefunden.

Können Sie sich vorstellen, wie diese zwei Seiten in dem Menschen im Widerstreit liegen? Einerseits ist er immer aktiv und wissbegierig. Andererseits hat er unbewusst das Bedürfnis nach Ruhe und meditativer Verbindung. Das führt wahrscheinlich häufig zu Selbstverhinderungsmechanismen: der Betreffende glaubt, unbedingt auf die x-te Ausstellung gehen zu wollen, und wundert sich, dass es nicht klappt. Sein Auto springt nicht an oder die Bahn kommt nicht. Sein Unbewusstes hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht und ihn schön zu Hause sitzen lassen, damit es seine Ruhe hat vor dem ganzen Trubel.

Weiter oben habe ich erwähnt, dass der Mond das weibliche Prinzip und die Sonne das männliche Prinzip symbolisiert. Ein weibliches und ein männliches Prinzip, mit dem jeder Mensch in seinem Leben konfrontiert wird, sind seine Eltern. Wenn bei einem Menschen diese beiden Prinzipien so im Widerstreit liegen, wird er auch seine Eltern als Kind so erlebt haben: völlig widersprüchlich. Und vielleicht wird er seine Partnerschaften auch immer so erleben: unvereinbar. Solange bis ihm klar wird, dass der Widerstreit eigentlich in ihm selbst stattfindet, und er sich mit diesen beiden Seiten seines Wesens näher beschäftigt. Vor allem mit der Seite, die er bislang vielleicht vernachlässigt hat.

(c) 2004 Sabine Bends, Köln

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© 2005 Sabine Bends