"Was hat der Mond mit mir zu tun?" Wenn Sie sich diese Frage stellen, dann werden Sie vielleicht schon die ein oder andere Beobachtung gemacht haben. Vielleicht fühlen Sie sich bei Vollmond leicht gereizt, sind besonders aufgekratzt oder haben auch an anderen Tagen den Verdacht, "dass es am Mond liegt". Der Mond ist es mit Sicherheit nicht "schuld", wenn wir launisch sind – er spiegelt uns unsere Launen einfach nur! La luna, der Mond, ist die Laune, die Stimmung, das Gefühl. Er repräsentiert die natürlichen Rhythmen des Alltags, das wandelbare Prinzip.
Seit vielen Jahren achtet man beim Gärtnern und in der Landwirtschaft auf den Mond, der die Rhythmen von Wachsen und Werden symbolisiert. Wir verstehen das, wenn wir seinem nächtlichen Lauf folgen, und sehen, wie er seine Form verändert, schmaler wird bis zur Unsichtbarkeit, und dann wieder wächst, bis er voll und rund ist. Seine Zyklus entspricht dem der weiblichen Fruchtbarkeit, für die er seit Anbeginn aller Zeiten Pate steht. Frauen, die ihren Rhythmus nicht mithilfe von Hormonen regeln und die sehr naturnah leben, werden ihre Verbundenheit zum Mond besonders stark spüren - ihr Monatsrhythmus stimmt oft mit dem des Mondes überein.
Wir sehen ihn nur in der Nacht - am Tag verblasst er neben der Sonne oder steht gar auf der anderen Halbkugel der Erde und ist für uns nicht zu sehen. Sein Auf- und Untergehen ist für uns nicht so leicht nachvollziehbar wie das der Sonne, deren Auf- und Untergangszeiten wir kennen – der Mond hat seinen ganz eigenen Rhythmus, er entzieht sich allzu starrer Logik. Er zeigt uns das irrationale Element im Leben, das veränderliche Prinzip.
In der Nacht sind wir besonders empfänglich für Gefühle von Freude, Trauer, Wut oder Angst. Mit dem Sonnenuntergang öffnen wir uns für unsere empfängliche, weichere Seite – die Regentschaft des Mondes. In unseren Träumen spricht unser Unbewusstes zu uns, nehmen wir Verbindung mit den tieferen Schichten unseres Wesens auf. Für all das steht der Mond.
Ist es da ein Wunder, wenn wir Stimmungen, Launen und Gefühlsschwankungen haben wie der Mond? Führen Sie Tagebuch, schreiben Sie einfach ihre Gefühle auf, die die Tagesstimmung prägen. Und dann vergleichen Sie sie mit dem Mondstand, schauen Sie, ob Sie eine Resonanz finden können.
Gemeinsam mit meinen astrologieinteressierten Freunden und SchülerInnen habe ich viele Monate lang meine Stimmungen und die Zeichenstellung und Phasen des Mondes beobachtet. Viele Male haben wir zusammengesessen und über unsere Tageserlebnisse berichtet – wie wir uns den Tag über gefühlt haben, was alles passiert ist. Wie oft waren wir verblüfft über die übereinstimmenden Grunderlebnisse, über die spürbare und fühlbare Tagesqualität!
Ich habe unser Empfinden und Erleben für Sie in Worte gefasst – spüren Sie es für sich selbst nach.
© 2005 Sabine Bends