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Was ist eigentlich Berufung?

Als ich nach meinem Abi vor der Berufswahl stand, wusste ich eigentlich nur, dass ich gern einmal selbständig arbeiten würde. Und dass ich Sprachen mochte. Mein psychologisches, geschweige denn astrologisches, Interesse war noch unentdeckt. Während meines Studiums als Übersetzerin begriff ich schnell, dass ich langfristig sicherlich keine Wirtschafts-, Technik- oder Juratexte übersetzen wollen würde. Mich als literarische Übersetzerin ausbilden zu lassen, hatte ich mich nicht getraut, und bin im Nachhinein auch froh darüber.

Während meiner Zeit als Angestellte befasste ich mit viel mit der Koordination internationaler Gruppen, mit Sitzungsleitung, Konferenzen, Fremdsprachen, fremden Kulturen, interkulturellen Unterschieden der Menschen, mit Übersetzen, Dolmetschen, mit PCs und Datenverarbeitung, papierlosem Büro und Archivierung, Zeitplanung und -management, mit Personalauswahl und -einstellung sowie mit Mitarbeiterschulungen am PC.

Als die Astrologie dann endlich wie aus heiterem Himmel zu mir kam, war es Liebe auf den ersten Blick. Ich wusste: Das will ich lernen. Und schnell wusste ich auch: Das wird mein Beruf. Ich setzte mir innerlich ein Ziel: “Mit 33 bist du selbständig.” Das kam einfach so als Gedanke, ich habe überhaupt nicht darüber nachgedacht und es auch nicht astrologisch ausgeklügelt. Nun ist das mein Temperament und ich mag es, meiner Intuition zu folgen und schnelle Entscheidungen zu treffen. Ich arbeite auf mein Ziel hin, indem ich Astrologie studierte und anfing zu beraten. Ich suchte mir zum Ausbildungsbeginn eine neue Anstellung, die ich im Laufe der Jahre auf einen 31/2-Tagejob reduzierte. Als mein 33. Geburtstag nahte, wusste ich “Jetzt ist es so weit. Du musst kündigen.” Das habe ich mutig getan. Mein Chef sagte mir beim Abschied: “Wenn es nicht klappt, kommen Sie gern wieder.” Ich war ihm dankbar, doch ich wusste, es gibt kein Zurück. Ich entgegnete ihm “Warten Sie es nur ab, es kommt der Tag, da bin ich eine reiche und berühmte Astrologin.” 😉

Naja, berühmt und reich sind relativ, und es war auch nur spaßig gemeint. Geld war nie das Wichtigste für mich und Ruhm ist es auch nicht. Ich wollte einfach immer schon selbständig sein mit etwas, das mir große Freude macht, mich inspiriert und energetisiert. Und ich wollte damit mein Geld verdienen können und glücklich davon leben, ohne Wenn und Aber.

Da war ich nun also selbständig, hatte aber natürlich noch kaum Klienten. Also fing ich an, das zu tun, was ich früher schon getan hatte, jetzt nur selbständig und als Astrologin: Ich übersetzte astrologische und esoterische Bücher und Fachartikel. Das gab mir etwas zu tun für die langen Wartezeiten, in denen ich keine Beratungsaufträge hatte. Und ich tat es einfach aus mir heraus, oft ohne Auftrag eines Verlages oder Herausgebers. Doch schnell ergab sich hier und dort eine Zusammenarbeit. Ich merkte, wie mir all das, was ich 10 Jahre lang als Angestellte gelernt und getan hatte, nun ungeheuer zugute kam. Ich hatte bereits Erfahrung als Seminarleiterin, war organisationserfahren und gut strukturiert, konnte nach Terminvorgaben arbeiten, war schnell und effizient, konnte tippen wie eine Weltmeisterin und hatte genug Sicherheit in mir entwickelt, um nicht vorschnell aufzugeben.

Meine Berufung – jetzt sofort?!

Im Laufe meiner Beratungstätigkeit wurde die Frage nach dem richtigen Beruf, nach der Berufung oder der Begleitung in die Selbständigkeit / Freiberuflichkeit so etwas wie mein Lieblings- und Schwerpunktthema. Logisch, ich hatte es ja selbst durchlebt und mein Beruf hatte schon immer einen sehr hohen Stellenwert für mich. Ich lernte viele Menschen und ihre Horoskope kennen, die unzufrieden mit ihrer Tätigkeit waren und sich mehr Erfüllung im Beruf wünschten. Ich traf auch viele Menschen, die schon dabei waren, sich in Richtung Berufung zu bewegen. Und dabei – und auch durch mein eigenes Leben – merkte ich, dass dieser Weg eigentlich nie endet. Immer kommen Wandlungen und Wechsel in das eigene Tun oder das, was uns interessiert. Es gibt also bei den meisten Menschen keinen Anfangs- oder Endpunkt für die Berufung. Natürlich gibt es immer wieder einige, die schon als Kind wissen “Das will ich werden.”, das dann tun und glücklich dabei bleiben. Doch das ist nicht der Normalfall.

Das Wichtigste: Der nächste Schritt

Der Normalfall sieht so aus, dass wir uns an einem bestimmten Punkt befinden auf unserem Berufungsweg. Und irgendwann spüren wir, dass wir den nächsten Schritt gehen sollten, dass es etwas zu verändern gilt. Und dann kommt es darauf an, ob wir diesen Schritt tun oder verharren. Es gibt viele Gründe ihn nicht zu tun, weil wir bestimmte Dinge glauben, die man uns beigebracht hat. Der “Verlust von Sicherheit” ist das meistgenannte Motiv in meiner Praxis von unzufriedenen Klienten, die sich nicht trauen, den nächsten Schritt zu gehen. Diesen Glaubenssatz würde ich hinterfragen, solltest du ihn haben. Nur ein Beispiel: Mein Chef, der mir damals anbot, ich könne wiederkommen, wenn es nicht klappt, wurde kurz darauf arbeitslos. Und zwar für eine sehr, sehr lange Zeit. Seine Position schien so “sicher”, als ich ging…

Es gibt viele andere Gründe, den nächsten Schritt nicht zu tun. Es sind Dinge, die wir glauben: “Ich schaffe das nicht. Ich bin nicht gut genug. Ich brauche zuerst noch …” Und so weiter und so fort. Die Glaubenssätze, von denen wir uns hemmen lassen können, sind vielfältig. Nach meiner Erfahrung hilft es sehr, sich diesen Glaubenssätzen intensiv zu widmen und sie alle zu hinterfragen. Die Arbeit lohnt sich! “The Work” ist das geniale Tool, welches ich für meine Klienten und mich dafür einsetze, wenn begrenzende Gedanken uns hemmen. Von 2012 bis 2015 bin ich einem der nächsten Schritte zu meiner Berufung gefolgt und habe mich zum Coach für The Work ausbilden lassen.

Wer bin ich?

Dann gibt es noch die Menschen, die nur eine vage Unzufriedenheit fühlen und gar nicht wissen, was sie eigentlich wollen. Hier ist es gut, sich erst einmal Zeit zu nehmen, um deine tieferen Bedürfnisse zu erkunden und kennenzulernen. Oft sind wir so “zugeschüttet” mit Meinungen, Tätigkeiten und Beschäftigungen, das wir uns selbst verloren haben, ehe wir uns überhaupt “hatten”. Das bedarf ein wenig Ruhe, Stille, Selbsterkundung, Erinnerung an früher, vielleicht auch eine Horoskopberatung oder andere Hilfsmittel, um mehr über die eigenen Wünsche und Talente herauszufinden. Ich liebe es, mithilfe des Horoskops und ihrer eigenen Mitarbeit Menschen stärker mit sich selbst in Kontakt zu bringen. Ich weiß, wie wertvoll das ist.

Ich erinnere mich noch gut, als ich in dieser Phase war. Das war, bevor ich die Astrologie fand und nach meinem Studium. Ich fühlte mich noch nicht angekommen, etwas fehlte mir. Ich setzte mich damals hin und schrieb eine Liste, was ich gern alles mal tun würde. Völlig unzensiert. Ich weiß noch, dass ein Goldschmiedekurs auf der Liste stand. Einige der Punkte von der Liste ging ich einfach direkt an. Dann legte ich die Liste weg. Sieben Jahre später nahm ich diese Liste zufällig nochmals in die Hand. Und ich staunte: Ich hatte all diese Dinge getan und noch viel mehr. Das Leben selbst hatte dafür gesorgt. Ich musste mir nur klar werden, was ich gern tun würde – der Rest geschah von selbst.

Ich weiß mittlerweile, dass ein Mensch am glücklichsten im Beruf ist und sich seiner Berufung am nächsten fühlt, wenn er möglichst viele seiner persönlichen Wesensanteile in seiner Tätigkeit vereint. Ein Mensch, der gern phantasievoll lebt, viel Zeit zum Schlafen braucht und gern nachts arbeitet, ist in einem Bürojob von 8 bis 17 h todunglücklich. Je mehr alle Anteile, Wesenskräfte – im Horoskop als Archetypen erkennbar – mit im Boot sind, umso glücklicher sind wir und umso vollständiger fühlen wir uns.

Eine Frage des Timings

Viele Menschen wissen durchaus, was sie wollen und sind auch bereit für den nächsten Schritt. Doch irgendwie klappt es nicht. Sie werden frustriert, sind ungeduldig und brechen ihr Vorhaben vorschnell ab. Manchmal lassen sie es sogar ganz – was sehr schade ist. Denn es hatte nur einen Grund: Das Timing stimmte nicht. Nichts geschieht vor seiner Zeit. Alles ist irgendwann einmal “reif”. Das gilt auch für unsere Talente und Fähigkeiten. Irgendwann sind sie mal “dran”. Ich weiß noch, dass ich zur Zeit meiner Astrologieausbildung nicht viel mit den Deutungen meiner Uranus-Pluto-Konjunktion an der Spitze des dritten Hauses anfangen konnte. Natürlich nicht! Ich hatte die darin liegenden Fähigkeiten noch nicht einmal ansatzweise entwickelt.

Viele Schritte zu einem erfüllten Berufsleben kommen erst dran, wenn andere zuvor beschritten wurden. Und da hat der Kosmos gehörig ein Wörtchen mitzureden. Das Zusammenspiel der Planeten am Himmel ermöglicht uns Phasen der Weiterentwicklung, der Vertiefung, des Vorangehens, des Erinnerns, des Abwartens und des Mutigseins. Doch nicht alles zugleich. Für viele Menschen ist es daher hilfreich, auf ihrem Weg zur Berufung zu schauen, was gerade jetzt eigentlich dran ist. An diesen Punkten bin ich immer besonders dankbar für die Astrologie.

Mein damaliger Gedanke “Mit 33 bin ich selbständig.” hatte übrigens einen astrologischen Hintergrund, den ich erst viel später entdeckte: Dies war mein wichtigstes Jahr für Unabhängigkeit und Eigenständigkeit in meinem ganzen Leben! Es war mein Solarjahr mit meinen Radix-Hauptachsen und eindeutigen Konstellationen, die anzeigten, dass das dran war, was in mir mit einer Sonne im 10. Haus bereits angelegt war: selbständig zu sein. Meine Intuition hatte mich genau so geleitet.

Du bist schon auf dem Weg.

Je älter ich werde, umso mehr Menschen sehe ich, die durch viele verschiedene Tätigkeitsphasen in ihrem Leben gegangen sind. Mutter, Hausfrau, Friseurin, Ingenieur, Geschäftsinhaber… Nichts davon war oder ist verschwendete Zeit. Alles davon ist immer ein wichter Schritt auf dem Weg gewesen. Im besten Fall kommen irgendwann alle Fäden deines Lebens zusammen und verbinden sich. Deine Leidenschaften und deine bisherigen Wege münden in einen größeren Weg, der mehr von dir vereint als alles Vorherige.

Löse dich von dem Gedanken, etwas an deinem Leben sei falsch. Löse dich von allen hemmenden Gedanken über deine Möglichkeiten. Löse dich von dem Anspruch, schon woanders zu sein als du bist. Und öffne dich dafür, dass du in jedem Moment einen Schritt in die gewünschte Richtung tun kannst. Öffne dich dafür, dass es keine Berufe gibt, sondern dass wir sie erschaffen. Öffne dich dafür, dass du alles zu jeder Zeit richtig machst. Öffne dich dafür, dass du deiner Berufung entgegengehen kannst, jeden Tag ein Stück. Öffne dich dafür, dass du gerade dabei bist, deine Berufung zu erschaffen.

© Sabine Bends

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  • Rosela says:

    Posted: 4. Februar 2017


    Gaz toll besser hätte ich auch nicht sagen können! Es ist alles wahr du tolle Frau. Wie du es ausspricht, das fühlt man es geht wie Wein runter :-).
    Ich habe die Schwelle noch nicht überqwert, aber ich weiss genau, dass alles so ist wie du es sagst und alles richtig. Weil, ansonsten, wäre es anders.. es gibt keine Fehler im Leben!
    Eine feste Umarmung und danke nochmal für diese tollen Artikel!

  • Monika Eder says:

    Posted: 4. Februar 2017


    Vielen Dank, liebe Sabine, für deine wunderbare Ermutigung.

    Liebe Grüße, Monika aus Linz in Oberösterreich

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    Posted: 4. Februar 2017

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